Die Hochzeit zu Kana — Paolo Veronese
Titel des Gemäldes: Die Hochzeit zu Kana (The Wedding at Cana / Les Noces de
Cana)
Künstler: Paolo Veronese (Paolo Veronese, Paolo Caliari) (1528–1588)
Land: Italien (Venedig)
Entstehungsjahr: 1562–1563
Technik: Öl auf Leinwand
Maße: ungefähr 677 × 994 cm (6,77 × 9,94 m)
Ausstellungsort: Louvre, Denon-Flügel, Salle des États
Kategorie: Biblische Komposition / Mythos und Realität
Stil / Schule: Späte Hochrenaissance / Manierismus mit ausgeprägtem venezianischem
Kolorit
Entstehungskontext
Das Gemälde wurde von benediktinischen Mönchen für das Refektorium des Klosters San Giorgio Maggiore in Venedig in Auftrag gegeben. Veronese arbeitete 1562–1563 daran und verband das festliche Motiv der biblischen Hochzeit mit dem Prunk eines venezianischen Banketts. Sein Vertrag verlangte die Verwendung der besten Farben, einschließlich Ultramarin, sowie eine максимальної кількості фігур, um die riesige Fläche der Leinwand zu füllen.
Motiv und Komposition
Diese grandiose Darstellung eines Hochzeitsbanketts versetzt den Betrachter in einen Festsaal des 16. Jahrhunderts. Im Zentrum steht Jesus, der das Wunder vollbringt: Wasser verwandelt sich in Wein. Ringsum spielen Musiker in einem opernhaften Ensemble, Diener und Gäste in prächtigen Gewändern feiern und unterhalten sich. Der architektonische Hintergrund mit antiken Säulen und Strukturen im palladianischen Stil verstärkt den Maßstab und die Dramaturgie der Szene.
Stil und Technik
Veronese verband die Traditionen des venezianischen Kolorits mit einer reich dramatisch organisierten Figurenanlage. Die leuchtende Palette und die Aufmerksamkeit für Stoffe, Licht und Schatten erzeugen den Eindruck einer prunkvollen Festvielfalt. Die Komposition ist manieristisch, weit, dynamisch und zugleich ausgewogen. Jede Linie führt den Blick zu Christus, dem stillen Kern im Meer menschlicher Bewegung.
Schicksal des Gemäldes
Fast 235 Jahre lang blieb das Werk im Kloster San Giorgio Maggiore. 1797 wurde es als Kriegstrophäe von Napoleons Truppen erbeutet und nach Paris gebracht. Die riesige Leinwand wurde für den Transport zerschnitten und später wieder zusammengesetzt. Seitdem befindet sie sich im Louvre als eines der bedeutendsten Meisterwerke des Museums.
Persönlicher Blick
Wenn man vor „Die Hochzeit zu Kana“ steht, fühlt man sich als vollwertiger Teilnehmer des Banketts. Veronese öffnet die Tür zu einem Fest, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart verweben. Das Bild atmet Hunderte von Geschichten und eine farbige Metapher von Freude, Kunst und menschlichem Leben.
